Lies in unserem Text folgende Informationen:

  1. Wo wachsen Eschenbäume?
  2. Gibt es noch andere Eschenarten?
  3. Wie hoch können Eschenbäume wachsen?
  4. Wie alt können Eschen werden?
  5. Wie sieht Eschenholz aus? Ist Eschenholz auch Kernholz?
  6. Welche Eigenschaften hat Eschenholz?
  7. In welchen Bereichen wird Eschenholz verwendet?
  8. Warum wurde Eschenholz bei der Herstellung von Kutschen und Fahrzeugen verwendet?
  9. Wie trocknen wir Eschenholz?
  10. Wie wird Eschenholz geölt?
  11. Fazit

 

  1. Wo wachsen Eschenbäume?

Das robuste und vielseitige Eschenholz wird sehr gerne für Möbelstücke verwendet und aus der „Gemeinen Esche“ (Fraxinusexcelsior) hergestellt. Da die Esche eine heimische Baumart ist, findet man sie fast in ganz Europa. Sie wächst vor allem im nördlichen Alpenland, sowie in Polen und im Baltikum. Gerade in Auwäldern, an Bach- und Flussläufen („Wassereschen“) oder auch auf trockenen Kalkböden („Kalkeschen“) stehen viele ihrer Art. Zudem kann man sie immer wieder an der Straße oder in einer Allee sehen.

 

  1. Gibt es noch andere Eschenarten?

Ja, zu den weiteren Eschenarten zählen unter anderem die Arizonaesche (Fraxinusvelutina), Blumenesche (Fraxinusornus) oder auch die Einblättrige Esche (Fraxinus Excelsior diversifolia). Weiterhin gehören die Hängeesche (Fraxinus Excelsior pendula), Oregonesche (Fraxinuslatifolia) und Weißesche (Fraxinusamericana) zu den bekanntesten Sorten der Eschenbäume.

 

  1. Wie hoch können Eschenbäume wachsen?

Eschen zählen zu den größten Laubbäumen in Europa. Eine Höhe von 40 Meter ist bei Eschen keine Seltenheit. In Laubbaumwäldern wachsen sie häufig in der Nähe von Buchen. Dagegen stehen Eschen in Mischbaumwäldern auch in kleinen Gruppen zusammen.

 

  1. Wie alt können Eschen werden?

Eschenbäume können bis zu 250 Jahre erreichen. Da die Esche allerdings zu den Nutzholzbäumen zählt, wird sie häufig bereits im Alter von 80 bis 120 Jahren gefällt. Der Durchmesser der Holzstämme ist bei ca. 50 bis 80 Zentimetern. Viele Stämme der Esche sind bis auf 15 Metern Höhe ohne Zweige zu sehen.

 

  1. Wie sieht Eschenholz aus? Ist Eschenholz auch Kernholz?

Eschenholz bildet sehr auffallende, helle Maserungen mit unterschiedlichen Farben. Aufgrund dieser Vielfältigkeit eignet es sich wunderbar für den Möbelbau. In der ersten Wachstumsphase haben Eschen eine zylinderförmige Erscheinung. Nicht jeder Baum bildet einen Farbkern heraus. Splintholz sowie Kernholz sehen hell, weißlich, aber auch gelblich und weißrötlich gefärbt aus. Das Splintholz tritt nach der Trocknung jedoch eher breit und in einer wesentlich helleren Farbe auf. Manchmal erscheint das Kernholz älterer Bäume in einer eher dunkleren bis braunen Farbe, das ungern verwendet wird. Dagegen sind Farbkerne des Olivenbaums (Olea europaea) sehr angesehen. Diese Hölzer haben im Querschnitt wellige Reihen mit olivbrauner sowie hellbrauner Farbe. Eine weiß-gelbliche, helle Farbe zeigt dagegen das Holz der nordamerikanischen Weißesche.

So erkennt man bei den unterschiedlichen Arten von Eschenholz eine feine bis deutliche Maserung, von ringporig bis grob mit einer matt glänzenden Farbe. Auffällig sind die größeren Gefäße und Kreise in mehreren Reihen des Frühholzes.

 

  1. Welche Eigenschaften hat Eschenholz?

Mit seiner Rohdichte von 690 kg/m³ gehört Eschenholz zum harten und stabilen, aber auch schweren Holz. Damit zeigt es sogar bessere Eigenschaften als die Eiche bezüglich der Zug- und Biegefestigkeit. Seine Elastizität, Abriebfestigkeit sowie hohe Bruchschlagbarkeit machen das Eschenholz sehr beliebt. Vor allem breite Jahresringe schaffen ein schönes Erscheinungsbild. „Wassereschen“, die Jahresringe mit einer Breite über 1,5 Millimeter bilden, weisen eine gute Holzqualität auf. Auffallende Farbkerne haben allerdings keinen Einfluss auf die Holzqualität. Im gedämpften Zustand fällt die gute Biegsamkeit ähnlich der Buche auf. Folglich ist die Arbeit sowohl per Hand als auch mit der Maschine sehr gut möglich. Die Widerstandsfähigkeit gegen Laugen und Säuren hat ebenfalls einen großen Vorteil sowie die einfache Verarbeitung der Oberflächen, gerade was das Beizen betrifft. Im Freien allerdings nutzt man das Holz eher selten, da es kaum witterungsbeständig ist und sich schlecht imprägnieren lässt.

 

  1. In welchen Bereichen wird Eschenholz verwendet?

Helles Eschenholz findet in verschiedenen Formen Anwendung, wenn es ohne Farbkern auftritt. Sowohl beim Furnieren als auch als Massivholz wird es gerne genutzt. Sitzmöbel für das Wohnzimmer, Schlafzimmer sowie die Küche sind sehr beliebt. Zudem setzt man Eschenholz für Wand- und Deckenverkleidungen oder für Parkett- und Dielenböden ein. Bei der Verarbeitung stehen Stabilität, Beständigkeit und Elastizität im Vordergrund. Daher wird das Holz besonders für Werkzeuge wie Beile, Hacken, Äxte, Schaufeln, Rechen oder Stiele von Hämmern verwendet. Viele Sport- oder Turngeräte wie Schlaghölzer, Sprossenwände und klassische Schweizer Rodelschlitten bestehen weiterhin aus Eschenholz. Ebenso nennenswert ist die Verwendung von Eschenholz bei Musikinstrumenten. Der Hersteller Fender aus den USA baut die Solidbody-Korpora von vielen E-Gitarren-Modellen aus der Esche.

 

  1. Warum wurde Eschenholz bei der Herstellung von Kutschen und Fahrzeugen verwendet?

Aufgrund seiner Beschaffenheit war Eschenholz beim Bau von Wagen und Kutschen klar im Vorteil. Es bot viele Vorteile bei der Herstellung von Deichseln, Felgen, Naben, Leiterwagen oder Speichen. Besonders im Fahrzeug- und Waggonbau fand es daher häufig Verwendung. Das Gestell der Wagenkästen von Kutschen bestand aus Eschenholz, sowie die meisten Fahrzeuge bis in die 1920er Jahre. Diese Bauart nutzen kleine Hersteller bei Aufbauten noch bis in die heutige Zeit, wie man bei Morgan sehen kann.

Weiterhin kam das beliebte Holz im Maschinenbau bei der Herstellung von Dreschmaschinen und Webstühlen zum Einsatz. Auch die Deutsche Reichsbahn machte für viele Anwendungen davon Gebrauch.

 

  1. Wie trocknen wir Eschenholz?

Es ist von Vorteil, Eschenholz im Freien für ca. ein Jahr zu lagern. Das Regenwasser spült die Gerbsäure aus dem Holz, wodurch Spannungen verringert werden. In einem Schuppen oder einer Kammer mit viel Luftzufuhr kann das Holz dann schließlich trocknen. Dies nimmt einige Zeit in Anspruch, jedoch verzieht sich Eschenholz nur selten oder bildet Risse. Man sollte darauf achten, dass gestapeltes Eschenholz sowohl bei der Außen- als auch Innenlagerung nicht in stehendem Restwasser liegt, um Flecken verschiedener Art zu vermeiden.

 

  1. Wie wird Eschenholz geölt?

Bei der Verarbeitung von gehobeltem, geschältem oder geschliffenen Eschenholz erhält man sehr glatte Oberflächen mit einem schönen matten Glanz. Sachgerechtes Ölen hebt die Maserung nochmals hervor. Natürliche Öle und Holzwachse, speziell für die Verarbeitung von Eschenholz, sind für die Pflege am besten geeignet, weil sie die Atmungsaktivität erhalten. Bis zur Sättigung sollte das Holz in Abständen von 30 bis 40 Minuten mehrfach eingeölt werden, um den öligen Glanz zu erhalten. Weiche und leicht feuchte Tücher unterstützen die Reinigung und das Entfernen von Schmutz. Dadurch lässt sich das Einreiben von Kratzern vermeiden.

Es ist nicht verwunderlich, dass Eschenholz gerne für Massivholzmöbel, vor allem in Schlafzimmern, verwendet wird. Bei einer regelmäßigen Pflege bleibt der schöne, matte Glanz der Esche erhalten.

 

  1. Fazit

Da das feste und harte Eschenholz zu den heimischen Edellaubholzarten zählt, erfüllt es mit seinen wertvollen Eigenschaften die Ansprüche an hoher Elastizität, Festigkeit und Zähigkeit. Der Preis für das Holz ist im günstigen mittleren Preissegment angesiedelt. Daher ist Eschenholz im Profi- und Hobbyhandwerk sehr angesehen. Gerade das helle Holz der Weißesche aus Nordamerika sieht man häufig im Möbelbau, besonders bei Massivholzmöbeln. Jedoch eignet sich Eschenholz aufgrund seiner schlechten Witterungsbeständigkeit nicht für den Außenbereich.

 

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